Nach einem derben Foul von Marcelo an Barcelonas Neuzugang Francesc Fabregas in der Nachspielzeit hatte sich der Portugiese in das unter Spielern und Betreuern entstandene Getümmel geworfen und war wild gestikulierend auf Tito Vilanova, den Assistenten von Barcelonas Trainer Josep Guardiola, losgegangen. Wie die TV-Kameras zeigen, hatte er es dabei mit dem Zeigefinger auf Vilanovas Auge abgesehen. Auf die Frage nach diesem Zwischenfall erklärte Mourinho danach: „Ich war nett und habe mich wie ein Mann benommen.
Ich weiß nicht, wer Vilanova ist.“
„Das alles wird übel enden“
Für Guardiola war die Sache nicht so leicht abzutun. „Die Bilder sprechen für sich“, erklärte er. „Das alles wird übel enden, wenn es nicht bald gestoppt wird.“ In eine ähnliche Kerbe schlug Mittelfeldspieler Xavi Hernandez, der Reals Taktik als „armselig“ und „beschämend für den Fußball“ bezeichnete. Sein Clubkollege Gerard Pique ging noch einen Schritt weiter: „Mourinho zerstört den spanischen Fußball.“ Auch für einige seiner Gegenspieler fand er deutliche Worte. „Es ist nicht das erste Mal, und es sind immer die gleichen paar Spieler. Da muss etwas passieren. Ich hoffe, dass die nötigen Schritte unternommen werden, es kann nicht jedes Spiel so enden.“Die Emotionen waren hochgegangen, als Marcelo Fabregas mit einem rüden Foul gestoppt hatte und dafür vom Platz flog. Ihm folgten dann auch noch der bereits ausgewechselte Real-Spieler Mesut Özil und David Villa aufseiten Barcelonas. Sogar der sonst so ruhige Lionel Messi, der an diesem Abend zwei Tore erzielte und das dritte vorbereitete, war unter den wild diskutierenden Parteien zu finden.
Schlechtes Image für den Fußball?
„Real Madrid sollte sich überlegen, welches Image da erzeugt wird“, erklärte Xavi nach dem turbulenten Ende der Partie. „Marcelos Foul hat keinen Platz im Fußball. Das ist wirklich eine Schande.“ Für Mourinho waren wiederum die Barcelona-Spieler schuld an den Zwischenfällen, weil sie viel zu leicht zu Boden gingen. Und auch die Ballbuben kamen nicht gut weg: „Von der ersten Minute der zweiten Halbzeit an (Barca führte 2:1, Anm.) haben die Ballbuben die Bälle versteckt. Das passiert bei kleinen Teams, wenn sie in Schwierigkeiten sind.“Tatsache ist jedenfalls, dass auch von diesem „Clasico“ mehr das Geschehen abseits des Spielfeldes in Erinnerung bleiben wird. Das war schon im April so gewesen, als die vier Duelle zwischen Real und Barca innerhalb von 18 Tagen für viel Wirbel gesorgt hatten. Mourinho war danach von der UEFA für fünf Spiele gesperrt worden, weil er angedeutet hatte, dass Barcelona von den Schiedsrichtern und der UEFA bevorzugt behandelt werde. Und auch am Donnerstag waren dem streitbaren Coach die Schlagzeilen sicher.
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(Quelle: sport.orf.at/
