06 August 2011

Dieter Egger distanziert sich von islamfeindlicher Facebook- Gruppe

Laut "Standard" war der Vorarlberger FPÖ- Klubobmann Dieter Egger ein Mitglied der radikalen, islamfeindlichen Facebook- Gruppe "Türkei nicht in die EU". Gegenüber VOL.at distanzierte sich Egger von jeglicher Facebook- Hetze.

Wie der Standard berichtet, sind mehrere hochrangige Funktionäre der FPÖ, darunter auch Partei- Obmann HC Strache, Mitglieder der Facebook- Gruppe "Türkei nicht in die EU!", die nur einsehen kann, wer eingeladen wird. In diesem "virtuellen Hinterzimmer" werden nicht nur ein "Bombenregen auf islamischen Boden" oder die "Freisetzung von Giftgas" vorgeschlagen, auch optisch wird mehrere Male die Gürtellinie unterschritten, wenn etwa Bilder den Muslimen Sodomie unterstellen. Zudem grüßen User mit der für "Heil Hitler" stehenden Zahl "88". Neben Strache findet man unter den Freunden der Gruppe die Namen des Who- is- Who der FPÖ: die Nationalratsabgeordneten Susanne Winter, Elmar Podgorschek und Harald Vilimsky, aber auch die Klubchefs der FPÖ Wien, Oberösterreich und Vorarlberg, Johann Gudenus, Günther Steinkellner und Dieter Egger.

Egger aus Facebook- Gruppe ausgetreten

In einem Telefoninterview mit VOL.at distanzierte sich der Vorarlberger FPÖ- Obmann von der Facebook- Hetze: "Zur politischen Aussage 'Türken nicht in die EU' stehe ich nach wie vor. In der Gruppe selbst gab es von mir keine Aktivitäten. Ich distanziere mich von jeglichen Hasstiraden oder Aufrufen zur Gewalt, die in der Gruppe offenbar gemacht wurden." Das habe er auch zum Anlass genommen, aus der Gruppe auszutreten und sie aus seinem Facebook- Profil zu löschen. Nach der Anfrage des "Standard" wurde auch die Administratorenfunktion von Strache gelöscht. Er ist jetzt nur mehr einfaches Mitglied dieser Gruppe - so wie Werner Königshofer, der wegen seiner fragwürdigen Facebook- Kontakte bereits aus der FPÖ ausgeschlossen wurde. FPÖ- Generalsekretär Kickl relativierte gegenüber dem "Standard" die Mitgliedschaft in einer solchen Facebook- Gruppe: "Der Gruppe beizutreten heißt ja nicht, irgendwelche Ansichten von Verrückten gutzuheißen. Und zum Administrator kann man von anderen gemacht werden."

Radikale Facebook- Gruppe: ÖVP, SPÖ und Grüne erschüttert

"Die Blauen bleiben wieder einmal im braunen Sumpf stecken", so ÖVP- Generalsekretär Hannes Rauch zu den umstrittenen Postings in der Facebookgruppe. Rauchs Befund: "Es ist beschämend, dass die FPÖ immer wieder durch solche Aktionen auffällt, die dem Ansehen Österreichs im Ausland und der gesamten Politik schaden. Dass ausgerechnet FPÖ- Chef Strache Administrator der Facebookgruppe war, ist zwar erschreckend, aber leider keineswegs überraschend." Auch der Grüne Nationalratsabgeordnete Öllinger ist erbost: "In der geschlossenen Facebook- Gruppe wird Hetze und Wiederbetätigung betrieben. Ich sehe da großen Erklärungsbedarf für Herrn Strache und dringenden Handlungsbedarf bei den Ermittlungsbehörden." SPÖ- Bundesgeschäftsführer Kräuter fordert die Aufklärung der Hintergründe durch die Polizeibehörden, den Verfassungsschutz und die Staatsanwaltschaft. Die Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen zu Delikten im virtuellen Bereich des Internets erfolge offenbar lückenhaft, es handle sich um Offizialdelikte die von Behördenseite zu verfolgen sind, so Kräuter.


(Quelle: vol.at)