Nach dem Tod von 13 Soldaten bei einem Gefecht mit PKK- Kurdenrebellen, dem schlimmsten Verlust für die türkische Armee seit langem, fordern nationalistische Politiker ein Ende aller Aussöhnungsbemühungen.
Zusätzlich angeheizt werden die Spannungen durch eine "Autonomie"- Erklärung kurdischer Politiker, was von der Justiz in der zentralistisch strukturierten Republik der Türkei als Kampfansage und Separatismus gewertet wird. Die Staatsanwaltschaft leitete sofort ein Ermittlungsverfahren ein.
Soldaten verbrannten bei lebendigem Leib
Die 13 Soldaten gerieten während einer Militäroperation gegen PKK- Kämpfer in der südostanatolischen Provinz Diyarbakir in einen Hinterhalt der Rebellen. Nach Armee- Angaben setzte eine von den PKK- Mitgliedern geworfene Handgranate trockenes Buschwerk in Brand - die meisten Soldaten verbrannten bei lebendigem Leib. Bei dem Gefecht wurden auch sieben PKK- Kämpfer getötet. Pro- kurdische Medien berichteten dagegen, die Soldaten seien bei einem Angriff von zwei türkischen Kampfflugzeugen auf das Kampfgebiet ums Leben gekommen. Die Bomben der Jets hätten den Brand ausgelöst.In türkischen Medien wurde spekuliert, der PKK- Hinterhalt könnte Teil eines Machtkampfes innerhalb der Kurdenrebellen sein. Der inhaftierte PKK- Chef Abdullah Öcalan hatte die Rebellen erst kürzlich mit Verweis auf Fortschritte bei seinen schon länger laufenden Gespräche mit türkischen Staatsvertretern zur Zurückhaltung aufgefordert.
In Ankara rief Ministerpräsident Erdogan die Armeeführung sowie Vertreter des Geheimdienstes zu einem Krisengipfel zusammen. Anschließend erklärte er, die Türkei habe die Kraft, den Terror zu besiegen. Das Land werde den Terror bekämpfen, ohne von Demokratie, Rechtsstaat und "Brüderlichkeit" zwischen Türken und Kurden abzurücken.
(Quelle: APA)